
Reis ist eine der wichtigsten Feldfrüchte hier in Japan und vielen asiatischen Ländern. Der Reisanbau soll vor etwa 10.000 Jahren in Ostasien begonnen haben. Nach Jahrhunderten der Entwicklung und Verbesserung wurde der Reisanbau durch Werkzeuge und Maschinen mit neuer Technologie modernisiert.
Reisanbaumethoden
Es gibt zwei Methoden, Reis anzupflanzen. Trockenreisanbau und Nassreisanbau auch bekannt als Feuchtland- oder Nassreisanbau.
Der Nassreisanbau ist eine beliebtere Methode für bessere Qualität und höheren Ertrag. Die Methode hängt jedoch vom Klima und den Bedingungen des Landes ab.
Wie lange dauert es Reis anzubauen? Normalerweise dauert es zwischen Frühling und Herbst 6 Monate.
Junge Reispflanzen werden in speziellen Saatbeeten bis zu einer Größe von 15 bis 25 Zentimetern herangezogen. Das bereits mit Wasser geflutete Reisfeld wird gepflügt, um den Boden mit dem Wasser zu mischen. Anschließend werden die vorgezogenen Sämlinge maschinell eingepflanzt. Bei kleinen Feldern von Hand. Bei der Handarbeit wird Unkraut aussortiert, sodass die Reispflanzen keine Konkurrenz um sich haben und die Ernte rein ausfällt.

Reispflanzen zum setzen

So werden die Reispflanzen transportiert für die Reispflanzmaschine

Damit sich keine Schädlinge und Bakterien im Wasser bilden, ist die regelmäßige Durchflutung des Feldes bei dieser Art von Reisanbau unerlässlich. Dabei sollte der Wasserstand jedoch bei circa 10 Zentimetern bleiben.
Ich habe mich gewundert warum das Reisfeld nicht anfängt zu riechen. Es wird immer wieder frisch geflutet.
In so einem Wasserbecken wächst der Reis heran und bildet Blüten, die sich selbst bestäuben. Etwa fünf Wochen nach der Blütezeit sind die Reiskörner ausgereift und die Erntezeit kann beginnen. Um ihren Arbeitern das Sammeln zu erleichtern, lassen die Reisbauern das Wasser einige Wochen vor der Ernte ab. Die Dauer von Nassreisanbau hängt stark von der Reissorte ab und beträgt im Durchschnitt circa 6 Monate.

Nassbearbeitung (eine Einleitung aus Agriculter Reisanbau)
Die Nassbearbeitung ist eine Option für Felder im Bergland und im Flachland. Bei dieser Methode wird eine große Menge Wasser benötigt, um das Feld für den baldigen Anbau vorzubereiten. Hierbei wird der Boden unter Staunässe entsprechend bearbeitet. Zur Vorbereitung des Reisfeldes sind folgende Schritte sinnvoll:
Schritt 1: Bau oder Reparatur von Dämmen. Im Allgemeinen helfen Dämme dem Feld, das Regenwasser zurückzuhalten. Rund um das Feld können wir Dämme mit den Maßen 50×30 cm bauen. Viele Reisbauern berichten, dass jeder Graben eine Höhe von 3 bis 5 cm hat. Damit soll die Verfügbarkeit von Wasser während der Regenzeit sichergestellt werden.
Regenwasser wird nur sichergestellt bei Terrassenreisanbau und bei nicht direktem Wasserzufluss vom Berg.

Kanäle mit Frischwasser direkt vom Berg

Schritt 2: Feldbewässerung. Nach dem Bau der Wassergräben bewässern viele Reisbauern das Feld mindestens eine Woche lang. Dadurch wird der Boden glatt und weich und kann gepflügt werden.
Schritt 3: Bodenbearbeitung. Nachdem der Boden ausreichend bewässert wurde, können wir mit der Bodenbearbeitung beginnen. Wenn der Boden feucht genug ist, kann er gepflügt werden.
Schritt 4: Flutung des Feldes. Nach dem Pflügen fluten die Reisbauern das Feld oft etwa zwei Wochen lang.
Schritt 5: Zweite Bearbeitung des Bodens. Dieser Schritt wird häufig mindestens 10 Tage nach der ersten Bodenbearbeitung durchgeführt. Er umfasst das „puddling“ und das Eggen des Feldes. Das „puddling“ kann mit Grubbern und Motorfräsen durchgeführt werden. Der Boden wird schlammig. Mit dieser Methode können die Nährstoffe im Boden normalerweise erhalten und verfügbar gemacht werden. Anschließend können wir das Reisfeld 2-3-mal in einem Zeitfenster von 5-7 Tagen bearbeiten.
Schritt 6: Einebnung des Feldes. Der letzte Schritt der Nassvorbereitung findet zwei Tage vor der Aussaat statt. Traktoren helfen bei diesem Vorgang. Ein Holzbrett, das an ihnen befestigt ist, wird über das gesamte Feld gezogen und ebnet es ein. Eine ebene Bodenoberfläche ist für ein gutes Wachstum der Pflanzen unerlässlich.

Fertig bepflanztes Reisfeld

Kleines Reisfeld vor meinem Schlafzimmerfenster bei Keiko-san. Frösche waren die grosse Ruhestörung während der Nacht. Nun sieht man in den Reisfeldern die Kaulquappen.
Die Bedeutung von Reis in Japan
Reis ist in der japanischen Kultur von besonderer Bedeutung. Das japanische Wort für Reis ist Gohan (飯) und wird mit „Mahlzeit“, aber auch „gekochten Reis essen“ übersetzt. Reis ist ein Hauptnahrungsmittel in Japan, wie in vielen anderen asiatischen Ländern. Japaner essen zwei bis drei Schalen Reis am Tag, was ungefähr einem Pfund pro Tag entspricht.
Stimmt nicht mehr ganz. Zum Frühstück wird oft westliches Frühstück gegessen. Toast und Kaffee. Auch ist der Reisverbrauch zurück gegangen.
Reis ist ein wichtiges Lebensmittel in Japan. Das zeigt sich auch an einigen Markennamen. Honda ist beispielsweise das japanische Wort für ein „Hauptreisfeld“. Die Automarke Toyota bedeutet so viel wie „reiches Reisfeld“. Aber Reis ist nicht alles, was in Japan für die gesunde Ernährung wichtig ist.
Gleichzeitig essen Japaner viel Fisch und Sojaprodukte wie Tofu. Die Lebensmittel enthalten meist leicht verdauliches Eiweiß. Fisch und Pflanzenöle liefern ungesättigte Fettsäuren. Gemüse enthält wichtige Vitamine, Spurenelemente und Mineralien.
Die Ernährung wird immer wieder als Grund herangezogen, weshalb die Japaner eine höhere Lebenserwartung als wir im Durchschnitt haben. Japan ist das Land, in dem die meisten Hundertjährigen Leben. Die meisten alten Menschen sterben dort an Altersschwäche und nicht an den typischen Krankheiten der Industrieländer wie Gicht, Herzinfarkt, Schlaganfall, Krebs oder Rheuma.

Itadakimasu – heisst so ähnlich wie ich esse jetzt oder en guetä! Man sagt immer Itadakimasu – auch alleine – vor dem essen.
Vielen lieben Dank für die exzellenten Ausführungen zum Reisanbau! Sehr aufwendig- und du hast jetzt deine Erfahrung in diesem harten Job.
Und bald schon naht deine Heimreise…
Vorerst aber weitere tolle Eindrücke auf deiner Reise
Herzlich Renate
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